INNOVATIONSAWARD

KRAFTWERK IN DER GEBÄUDEHÜLLE

Der österreichische „Innovationsaward für integrierte Photovoltaik“ wird von der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) ausgelobt. Er soll einen Impuls setzen um die Photovoltaik-Integration in die unterschiedlichsten Sektoren, wie Bauwerke, den Verkehrs- oder den Landwirtschaftsbereich zum Standard zu entwickeln.

Die Photovoltaik befindet sich im Umbruch und nimmt eine Schlüsselrolle in der Energiewende ein. Für eine hohe Akzeptanz durch die Bevölkerung ist deshalb eine architektonisch-ästhetische Optimierung notwendig, die mit einer möglichst umfassenden systemischen Integration der dezentralen und umweltfreundlichen Energiequelle Photovoltaik kombiniert wird.

Optimal in Form von passiver UND aktiver Nutzung, optimal in Form von architektonischen Qualitätskriterien und gesamtenergetischer Betrachtung. Österreich kann seine Architekturtradition nutzen, durch diese Verbindung von gestalterischen Lösungen und energetischer Optimierung im Baubereich ein globaler Vorreiter für solare Architektur zu werden.

Award Logo gold mit TPPV Logo 300x300 1 | Photovoltaik Österreich
Eine besondere Chance für Österreich und Europa

Für das Erreichen des nationalen Zieles bilanziell 100 % Strom aus erneuerbarer Energie bis 2030, ist ein verstärkter Ausbau der Photovoltaik notwendig. Dazu sollen Innovationen mit integrierter Photovoltaik in den Mittelpunkt gerückt und einem breiten Publikum präsentiert werden.

Der 4. Innovationsaward für integrierte Photovoltaik 2024 der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik soll dazu beitragen.

Integration bedeutet dabei aber nicht nur architektonische Ansprüche zu erfüllen, sondern auch die systemische Integration in das Energiesystem vor Ort, was die direkte Nutzung des Stroms im Gebäude, die Erhöhung der zeitlichen Flexibilität mittels Speicherung (von elektrochemischen Speichern bis zur Bauteilaktivierung) und die Anwendung in der Mobilität (Strom für lokale E Mobilitätslösungen) beinhaltet; damit wird PV auch zu einer Schlüsseltechnologie für lokale Energiegemeinschaften.

Der Award wurde am 4. April 2024, im Zuge des PV-Kongresses, ausgelobt.

„Intelligente Photovoltaiklösungen sind solche, die neben der ökologischen Stromerzeugung einen zusätzlichen Mehrwert schaffen. Mit dem österreichischen Innovationsaward für integrierte Photovoltaik möchten wir innovative Produkte, Projekte und Systeme auszeichnen und die Innovationskraft der österreichischen Akteur*innen im Umfeld der Photovoltaik sichtbar machen.“
Hubert Fechner©TPPV 1 | Photovoltaik Österreich
Hubert Fechner
Obmann Technologieplattform Photovoltaik

Preisträger*innen 2024

Insgesamt gab es dieses Jahr 38 Einreichungen. Davon haben es 23 Projekte in die erste Runde geschafft.

Von diesen wurden schließlich zwei umgesetzte Projekte mit dem Innovationspreis ausgezeichnet und zwei visionäre Konzepte erhielten einen Sonderpreis.

Innovationspreisträger*innen für umgesetzte Projekte

Der Innovationsaward konzentriert sich auf bereits umgesetzte Projekte der Photovoltaikintegration, wie z. B. PV-Lärmschutz, Mobilitäts-, Infrastruktur- oder Gebäudeintegration, additive Doppelnutzung usw.

Weisses Schlössli

© Copyright arento.ch

Davos, Graubünden (Schweiz)
Einreicher: ertex solar GmbH

Projektbeschreibung: Das „Weisse Schlössli“, ein Gebäudekomplex mit 20 Wohneinheiten, wurde 1977 als Ersatzneubau errichtet und erstreckt sich über eine Energiebezugsfläche von 1.841 m². Die Wohneinheiten werden als Ferienwohnungen genutzt. Für die Sanierung und anschließende Ausgestaltung mit Photovoltaik wurden insgesamt 15 Modultypen verwendet, wobei spezielle Siebdrucke durchgeführt wurden. Die Module erstrecken sich über 165 m² und bieten eine Gesamtleistung von 23 kWp. Die speziellen Anforderungen für das „Weisse Schlössli“ wurden unter Berücksichtigung der Erfahrung im Bereich Siebdruck von Photovoltaik angepasst, um das Erscheinungsbild des Gebäudes zu erhalten. Das Design und die Herstellung erfolgten in Österreich unter der Leitung der Firma ertex solar Gmbh.

Jury-Begründung:
Die  ganzheitliche energetische Sanierung erhält das Gesamtbild des Gebäudes. Aus einer Energieschleuder mit schlechter Energiekennzahl wird unter anderem mit der PV-Anlage ein energieeffizientes Gebäude. Statt der alten Balkonbrüstung aus Holz wird nun ein Großteil der Süd-Fassade durch eine gut integrierte, farbige PV-Brüstung erneuert, die im Einklang mit der typischen Architektur des Gebäudes steht.

Projektvideo:

3.000,00 €

PV-Carport

© Copyright AEP H2 GmbH 2022-2023

Bergheim, Salzburg
Einreicher: AEP H2 GmbH

Projektbeschreibung: Das Projekt umfasst die Installation von PV-Carports für 105 Parkplätze auf dem Gelände der Gottfried-Schenker-Straße 1 in Bergheim. Die PV-Carports mit einer Gesamtleistung von ca. 310 kWp werden durch etwa 730 Stück Bifacial-PV-Module realisiert. Die PV-Carports bieten Schatten und Schutz vor Niederschlägen, während das moderne Design eine ästhetische Integration in die Umgebung gewährleistet. Die Integration von Ladestationen für Elektrofahrzeuge ist geplant, ergänzt durch intelligente Ladesteuerungen zur optimalen Nutzung der Solarenergie. Die fundamentlose Montage der PV-Carports ermöglicht flexible Wiederverwendung an anderen Standorten. Die Doppelnutzung von Energieerzeugung und Fahrzeugschutz optimiert die Raumnutzung und verbessert die Ressourceneffizienz. Ein wartungsfreies Schienensystem gewährleistet Trockenheit und Schutz für Objekte unterhalb der Carports, während der erzeugte Schatten auch Sträucher und Pflanzen vor intensiver Sonneneinstrahlung schützt.

Jury-Begründung
Bestehende Parkplätze können durch eine Doppelnutzung der Fläche aktiviert werden. Das Carport in Bergheim mit der PV-Überdachung ist ein gutes Beispiel dafür, wie man ohne Fundament die Konstruktion nachträglich errichten und PV-Strom produzieren kann. Die Lösung ist grundsätzlich örtlich flexibel, gut skalierbar und hat das Potenzial für kostengünstige und schnelle Umsetzung auf bereits versiegelter Fläche.

Projektvideo:

3.000,00 €

Sonderpreisträger*innen für visionäre Konzepte

Zum ersten Mal wird 2024 ein Sonderpreis für visionäre Konzepte und Ideen für integrierte Photovoltaik verliehen.

Regionales Solarkraftwerk Cluster

© Copyright MO Energy Systems

Lochau, Vorarlberg
Einreicher: Fa MO Energy Systems

Projektbeschreibung: Ein multidisziplinäres Entwicklerteam hat eine innovative Lösung entwickelt, um Radwege mit einer modularen, transluzenten Stahlkonstruktion zu überdachen, die Photovoltaik-Elemente integriert. Die Stahlkonstruktion ist anpassbar, rückbaubar und verfügt über eine schnelle Montage und Wartungsmöglichkeiten. Das Projekt zeigt das Potenzial durch die Nutzung versiegelter Flächen zur nachhaltigen Energieerzeugung. Die Leistung hängt von der Breite, Ausrichtung und Lage des Radwegs ab. Zum Beispiel kann ein 4m breiter Radweg mit 12 m langen Modulen eine Leistung von 7,17 kWp erzeugen. Auf einer 1,6 km langen Strecke im Vorarlberger Rheintal können 953,61 kWp erzeugt werden. Dies entspricht einem jährlichen Stromertrag von 858.141,16 kWh, was dem durchschnittlichen Verbrauch von 214 Einfamilienhäusern entspricht und zu einer jährlichen CO2-Einsparung von etwa 257 Tonnen führen kann.

Jurybewertung:
Bereits versiegelte Flächen für Radwege können zusätzlich für die Photovoltaik-Produktion genutzt werden. Der überdachte Fahrradweg dient der Beschattung und teilweise als Witterungsschutz, welcher als Anreiz gesehen werden kann, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen.

Projektvideo:

1.000,00 €

Innovative Europäische Produktion Sonnenkraft Campus

© Copyright Bild 1: Skape Architects

© Copyright Bild 2: SONNENKRAFT GmbH: v. l. n. r.:
Rudolf Frank | Leiter Produktmanagement SONNENKRAFT GmbH;
Reinhard Pasterk | Technischer Geschäftsführer SONNENKRAFT GmbH;
Jürgen Hölbling | Geschäftsfüher VIVATRO GmbH & Betreiber SONNENKRAFT Campus

St. Veit/Glan, Kärnten
Einreicher: SONNENKRAFT GmbH

Projektbeschreibung: Das ehemalige Raststation-Gelände im Industriepark St. Veit/Glan in Kärnten wird mit einem Investitionsvolumen von 8 Mio. Euro in den SONNENKRAFT Campus umgewandelt. Es entsteht das erste Erlebnis- und Kompetenzzentrum für Sonnenenergie im Alpen-Adria-Raum. Der Campus wird in drei Bauphasen auf einer Gesamtfläche von 45.000 m² errichtet und umfasst E-Tankstellen, Co-Working Spaces, Erlebnisgastronomie, E-Bike-Verleih, Showrooms und Ausbildungsstätten. Das Projekt wird von der VIVATRO GmbH und der SKW Sonnenpark GmbH umgesetzt und ist für 2026 geplant. Der Campus dient als Treffpunkt für Fachleute und Interessierte und steigert die regionale Wertschöpfung aus österreichischer Produktion. Dabei besticht das Projekt nicht nur durch die zukunftsweisende und nachhaltige Ausrichtung, sondern auch durch die innovative Architektur mit Integration von Photovoltaik am gesamten Gelände – von farbigen Fassadenmodulen, zu innovativen E-Carports, Dachanlagen und vieles mehr. Durch 2000 m² verbaute Modulfläche und mehr als 350.000 kWh pro Jahr Anlagenleistung in Bauabschnitt 1 und 2 kann sich der SONNENKRAFT Campus in Zukunft selbst mit Ökostrom versorgen und deckt den gesamten Eigenbedarf damit ab.

Jurybewertung:
Das Unternehmen hat ein gesamtheitliches Standortkonzept für Kommunikation, Lehre und Austausch konzipiert. In unmittelbarer Nähe des Campus werden verschiedenen Modultypen hergestellt. Kundenspezifische Anforderungen bezüglich Dimension und Farbe können berücksichtigt werden und bieten besonderen Innovationscharakter.

Projektvideo:

1.000,00 €

Nominierungen

1. Civiplex, Büro & Multifunktionsbau

© Copyright Bild 1: Architekturbüro Reinberg

© Copyright Bild 2: Civiplex

Timișoara/Temeswar (Rumänien)
Einreicher: Architekturbüro Reinberg ZT GmbH

Jurybewertung:
Das multifunktionale Bürogebäude besticht durch eine gesamtheitliche Umsetzung.

Projektvideo:

2. MacKimmie

© Copyright Ferguson

Calgary, Alberta (Kanada)
Einreicher: ertex solar GmbH

Jurybewertung:
Die Sanierung des 1972 erbauten MacKimmie Tower erfolgt durch eine zweite Gebäudehülle.
Bedauerlicherweise ist nicht ersichtlich ob auch bei der Sanierung PV in der Fassade integriert, wie dies beim Neubau ausgeführt, wurde. 

Projektvideo:

3. PV Fassadenintegration Talstraße

© Copyright ertex solar GmbH

Wetzikon, Zürich (Schweiz)
Einreicher: ertex solar GmbH, Felix und Co AG

Jurybewertung:
Die fassadenintegrierte PV-Anlage überzeugt durch die gestalterische Ausführung. Für eine Prämierung fehlten entscheidende Informationen.

Projektvideo:

4. Helioplant

© Copyright Helioplant

Sölden, Tirol
Einreicher: ehoch2 energy engineering

Jurybewertung:
Die Helioplant zeigt eine mögliche alpine PV-Produktion in direkter Nähe zum Skigebiet als Verbraucher. Die Konstruktion kann nach der Nutzungsdauer rückstandslos abgebaut werden.

Projektvideo:

PROJEKTEINREICHUNG

Wer konnte einreichen?
Expert*innen aus der PV und Energietechnik, Bautechnik, Bauplanung, Architektur, Landwirtschaft, Verkehrsplanung, Stadtplanung sowie Student*innen etc. Alle Formen der PV-Integration konnten eingereicht werden.

Folgende Information war für die Einreichung notwendig:

  • Projektbeteiligte
  • Projektkennzahlen (Anlagenleistung, Art, Jahresproduktion, Anzahl der Module etc.)
  • Standort
  • Beschreibung der Umsetzung der einzelnen Kriterien – je detaillierter Ihre Angaben sind, desto besser ist das Gesamtbild, das sich die Jury machen kann

Ebenfalls verlangt wurden aussagekräftige Bilder des Projekts (am besten aus verschiedenen Blickwinkeln) und mit entsprechendem Copyright (sowohl des*der Architekt*in als auch des*der Fotograf*in).

Die Gewinnerprojekte des 4. Innovationsawards 2024 wurden im Zuge des PV-Kongresses im Frühjahr 2024 gekürt.

Im Jahr 2024 lag der Fokus des Innovationsawards auf der Gesamtheit der integrierten Photovoltaik – so wurden Photovoltaikprojekte auch abseits der klassischen Gebäudeintegration gesucht.

Beispielsweise die Einbindung der Photovoltaik in sämtliche bestehende Infrastruktur wie Verkehr (Straßen, Lärmschutzwände) oder Landwirtschaft (Agri-PV, Floating-PV).

BEWERTUNGSKRITERIEN 2024

Energetisches Gesamtkonzept

  • Integration von Photovoltaik in ein energetisches Gesamtkonzept (von direkter Stromnutzung über Wärme bis hin zur Mobilität)
  • Einsatz von Energiemanagementsystemen
  • Nutzer*innenfreundlichkeit
  • Auslegung: Anlagengröße in Relation zum Nutzen (möglichst hohe Direktnutzung ist nicht das einzige bzw. das vorrangige Kriterium)

Umweltverträglichkeit

  • Verfügbarkeit einer Lebenszyklus-Analyse des gesamten Energiesystems
  • Vorarbeit zum Recycling, wenn dies in der Konstruktion mitgedacht wurde
  • Darstellungen zur grauen Energie und der Materialeffizienz der Unterkonstruktion
  • Rücksichtnahme auf mögliche Umwelt-Beeinträchtigung durch Blendung sowie
    Kombinationen mit anderen nachhaltigen/ mikroklimatisch positiven Ansätzen
    (z. B. grüne PV/Begrünung)

Kosteneffizienz

  • Wirtschaftliches Gesamtkonzept
  • Vergleich der Mehrkosten von PV zu deren Nutzen
  • Überzeugende Darstellung der Einsparungen bei den laufenden Kosten des Gebäudes durch die Photovoltaik

Architektonische Qualität

  • Ästhetische Qualität der Umsetzung
  • Gestalterische Qualität der eingesetzten Photovoltaikmodule
  • Konstruktives Gesamtkonzept (Montage, Unterkonstruktion)
  • Verhältnis Hüllfläche zu Energieerntefläche
  • Besonderer Wert auf Mehrfachnutzen

Kommunikation

Diese Kategorie zielt auf die Fragestellung ab, ob und in welcher Form es eine Kommunikationsstrategie mit den Bewohner*innen bzw. zur (Fach-) Öffentlichkeit hinsichtlich der realisierten energetischen und architektonischen Lösungen gibt und inwieweit ein gesellschaftlicher Mehrwert durch die Photovoltaikintegration entsteht.

Österreich-Bezug

Ein Österreich-Bezug muss gegeben sein durch mindestens einen der folgenden Punkte:

  • Projektstandort in Österreich
  • Österreichische Einreicher*in oder Architekt*in
  • Verwendung österreichischer Produkte

Kreativität *

* ausschließliches Kriterium für den Sonderpreis

  • Innovative Konzepte und Ideen: müssen noch nicht realisiert, aber technisch möglich sein
  • Prototypen mit visionärem Charakter
  • gute Ideen und spannende Ansätze
  • Kreativität

*Der Sonderpreis für innovative Ideen und Konzepte zur Integration von Photovoltaik berücksichtigt Kreativität als zusätzliches Beurteilungskriterium neben den Hauptkriterien wie energetischem Gesamtkonzept, Umweltverträglichkeit, Ästhetik, Österreich-Bezug, Effizienz der Kosten und Kommunikation.

Die Umsetzung der Projekte ist, anders als für den Hauptaward, für den Sonderpreis nicht zwingend erforderlich, und er steht neben Student*innen und Schüler*innen auch Designer*innen, Fachleuten und anderen Interessierten zum Einreichen und Gewinn offen.

  • Integration von Photovoltaik in ein energetisches Gesamtkonzept (von direkter Stromnutzung über Wärme bis hin zur Mobilität)
  • Einsatz von Energiemanagementsystemen
  • Nutzer*innenfreundlichkeit
  • Auslegung: Anlagengröße in Relation zum Nutzen (möglichst hohe Direktnutzung ist nicht das einzige bzw. das vorrangige Kriterium)
  • Verfügbarkeit einer Lebenszyklus-Analyse des gesamten Energiesystems
  • Vorarbeit zum Recycling, wenn dies in der Konstruktion mitgedacht wurde
  • Darstellungen zur grauen Energie und der Materialeffizienz der Unterkonstruktion
  • Rücksichtnahme auf mögliche Umwelt-Beeinträchtigung durch Blendung sowie
    Kombinationen mit anderen nachhaltigen/ mikroklimatisch positiven Ansätzen
    (z.B. grüne PV/Begrünung)
  • Wirtschaftliches Gesamtkonzept
  • Vergleich der Mehrkosten von PV zu deren Nutzen
  • Überzeugende Darstellung der Einsparungen bei den laufenden Kosten des Gebäudes durch die Photovoltaik
  • Ästhetische Qualität der Umsetzung
  • Gestalterische Qualität der eingesetzten Photovoltaikmodule
  • Konstruktives Gesamtkonzept (Montage, Unterkonstruktion)
  • Verhältnis Hüllfläche zu Energieerntefläche
  • Besonderer Wert auf Mehrfachnutzen

Diese Kategorie zielt auf die Fragestellung ab, ob und in welcher Form es eine Kommunikationsstrategie mit den Bewohner*innen bzw. zur (Fach-)Öffentlichkeit hinsichtlich der realisierten energetischen und architektonischen Lösungen gibt und inwieweit ein gesellschaftlicher Mehrwert durch die Photovoltaikintegration entsteht.

Ein Österreich-Bezug muss gegeben sein durch mindestens einen der folgenden Punkte:

  • Projektstandort in Österreich
  • Österreichische Einreicher*in oder Architekt*in
  • Verwendung österreichischer Produkte

* ausschließliches Kriterium für den Sonderpreis

  • Innovative Konzepte und Ideen: müssen noch nicht realisiert, aber technisch möglich sein
  • Prototypen mit visionärem Charakter
  • gute Ideen und spannende Ansätze
  • Kreativität
*Der Sonderpreis für innovative Ideen und Konzepte zur Integration von Photovoltaik berücksichtigt Kreativität als zusätzliches Beurteilungskriterium neben den Hauptkriterien wie energetischem Gesamtkonzept, Umweltverträglichkeit, Ästhetik, Österreich-Bezug, Effizienz der Kosten und Kommunikation. Die Umsetzung der Projekte ist, anders als für den Hauptaward, für den Sonderpreis nicht zwingend erforderlich, und er steht neben StudentInnen und SchülerInnen auch DesignerInnen, Fachleuten und anderen Interessierten zum Einreichen und Gewinn offen.

Fotos

PST 2024 PVA Award 22 0932 | Photovoltaik Österreich
v.l.n.r.: Hubert Fechner (TPPV), Gerold Strehle (Büro für Architektur und Umweltgestaltung), Isabella Plimon (BMK), Alexander Moosbrugger (mo energy systems), Peter Gschliesser (PR Stromkreis Elektrotechnik), Fabio Rockenschaub (AEP H2), Daniel Gutlederer (ertex solar), Christian Ulrich (ertex solar), Jürgen Hölbling (Sonnenkraft), Dajana Scherr (Sonnenkraft)

Ziele

Ziel des Innovationsawards ist es, die Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die Photovoltaik in integrierter Form bietet.

Sowohl bei Anwendungen im Gebäudebereich als auch bei Integration in den Landwirtschafts- oder Verkehrssektor sind die Akzeptanz, ökologische und soziale Verträglichkeit sowie Wirtschaftlichkeit wesentlich.

Die systemische Integration in Form einer optimalen Nutzung des lokal erzeugten Stromes ist ebenso von großer Bedeutung. Dies kann durch die möglichst direkte Stromanwendung im Gebäude, im naheliegenden Verkehrssystem oder in der Landwirtschaft, aber auch für die E-Mobilität erfolgen.

Der Anspruch des Innovationsawards ist es, deutlich über die Expert*innengruppe der Energietechnik hinauszugehen und Bautechniker*innen, Bauplaner*innen, Architekt*innen, Landwirt*innen, Verkehrsplaner*innen, Stadtplaner*innen etc. anzusprechen.

Im Jahr 2024 liegt der Fokus des Innovationsawards auf der Gesamtheit der integrierten Photovoltaik – so werden Photovoltaikprojekte auch abseits der klassischen Gebäudeintegration gesucht. Beispielsweise die Einbindung der Photovoltaik in sämtliche bestehende Infrastruktur wie Verkehr (Straßen, Lärmschutzwände) oder Landwirtschaft (Agri-PV, Floating-PV).

Wesentlichstes Ziel der integrierten Photovoltaik ist es, eine Doppelnutzung zu erreichen und die bereits von der Gesellschaft genutzten Flächen überdies für die Stromgewinnung heranzuziehen.

Erstmalig gab es 2024 auch einen Sonderpreis für visionäre Konzepte und Ideen für integrierte Photovoltaik, der sich vorrangig an Studierende richtete.

1. INNOVATIONSAWARD

Der Innovationsaward fokussiert auf bereits in der Umsetzung befindliche Projekte der Photovoltaikintegration (z. B. PV-Lärmschutz, Mobilitäts-, Infrastruktur- oder Gebäudeintegration, additive Doppelnutzung etc.).

Die Preisträger*innen erhalten einen Pokal sowie eine Prämie in der Höhe von:

3.000 €

2. SONDERPREIS FÜR VISIONÄRE KONZEPTE

Der Sonderpreis legt den Fokus auf Projekte mit innovativem und visionärem Charakter. Kreative Konzepte, Ideen und mögliche Prototypen für integrierte Photovoltaik können damit in den Fokus rücken. Die Projekte müssen noch nicht realisiert sein.

Die Hauptkriterien für innovative Lösungen werden durch zukunftsorientierte Konzepte erweitert, wobei die Wirtschaftlichkeit zwar berücksichtigt wird, jedoch nicht vorrangig ist. Dieser Sonderpreis legt besondere Aufmerksamkeit auf studentische Arbeiten (wie bspw. Bachelor- und Masterarbeiten).
Damit sollen Möglichkeiten für zukunftsorientierte Lösungen in den Vordergrund rücken.

Die Preisträger*innen erhält einen Pokal sowie eine Prämie in Höhe von:

1.000 €

Nominierungen

Neben den ausgezeichneten Projekten gibt es auch vier Nominierungen. Die nominierten Projekte zeigen Potenzial und gefielen der Jury aufgrund ihrer Vorzeigewirkung und der jeweiligen Projektkonzeption. Diese Projekte schafften es leider nicht in die Gewinner-Auswahl, da entscheidende Kriterien nicht detailliert beschrieben oder erfüllt wurden.

Jury

Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch eine unabhängige, internationale Expert*innen-Jury, die in zwei Projektkategorien jeweils Sieger*innen nominiert. Die Jury setzt sich wie bei den vorherigen drei Innovationsawards aus Architektur- und Photovoltaik-Expert*innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zusammen.

Internationale Expert*innen Jury 2024

JuryMitglied-Frontini

Dr. Francesco Frontini

Head of Building System Sector Swiss BIPV Competence Center

JuryMitglied-hUBER

Ing. Dipl.-Ing. Wolfgang Huber

Vertreter der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft)

JuryMitglied-Österreicher

Priv. Doz. DI Dr. Doris Österreicher, MSc

Universität für Bodenkultur Wien,
Institut für Raumplanung,
Umweltplanung und Bodenordnung

JuryMitglied-Viriden

Dipl. Architekt FH Karl Viridén

Architekt, Viridén + Partner AG

VERANSTALTER

Partner

SPONSOREN

INFORMATIONS-BROSCHÜRE

Werfen Sie einen Blick in die Informationsbroschüre zum 4. Innovationsaward für integrierte Photovoltaik!

RETROSPEKTIVE

AWARD FÜR BAUWERKINTEGRIERTE PHOTOVOLTAIK 2022
2022 wurde im Zuge der Award-Verleihung ein Video produziert, das die Gewinner des Awards und deren Projekte vorstellt. Die Jury aus Expert*innen wählte drei Gewinnerprojekte und einen Anerkennungspreis.