Finanzierungsmöglichkeiten und Betrieb

Anschaffungskosten

Eine Pauschalaussage zu den Anschaffungskosten einer PV-Anlage ist nicht möglich, da sie von ein mehreren Faktoren abhängen und dabei auch stark variieren können. Dabei gibt es mittlerweile verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, die bei der Anfangsinvestition unterstützen.

Rahmenbedingungen, die die Anschaffungskosten beeinflussen:

  • Anlagenleistung/-größe
  • Komponenten (Qualität, Anzahl)
  • Vorhandene Infrastruktur (Gebäudedach/Freifläche, Zustand, Zugänglichkeit, Montierbarkeit)
  • Behördliche Anforderungen (Anzeige, Genehmigung)
  • Netzanschluss

Durch die laufenden Weiterentwicklungen im Photovoltaikbereich sind die Anlagenkosten pro kWp in den letzten Jahren konstant gesunken, sowohl weltweit als auch national. Obwohl sich der Trend in den letzten Jahren verlangsamt hat, gab es laut der International Renewable Energy Agency in den letzten Jahren immer noch Kostenverringerungen im zweistelligen Prozentbereich.

In dem Bericht Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2019, BMK werden jährlich durchschnittliche Systempreise von Photovoltaik Anlagen veröffentlicht.

Im Bereich der 5 kWp Anlagen kam es seit 2011 zu einer Kostenreduktion von ca. 47%. Bei den 10 kWp Systemen sind es ca. 43%.

In den letzten Jahren konnte jedoch ein anderer Trend beobachtet werden.  Die Anlagenpreise verringern sich nur mehr langsam, beziehungsweise stagnieren.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Historisch waren die Kosteneinsparungen bei den Modulen immer die größten. Diese Kostenstelle ist jedoch mittlerweile so stark geschrumpft, dass sich Verringerungen der Modulpreise nicht mehr stark auf die gesamten Anlagenkosten auswirken. Daneben gibt es Kostenbestandteile, welche nicht fallen können, wie zum Beispiel die Kosten für eine Arbeitsstunde.
Es gibt aber auch Kostentreiber. Das sind neue Anforderungen an die PV in Österreich. Da die PV in Österreich mittlerweile einen realen Beitrag zur Stromversorgung liefert und dieser sich in den nächsten Jahren stark vergrößern soll, müssen die PV-Anlagen auch immer höhere Anforderungen tragen. Anforderungen, die die Anlagenpreise jedoch wieder erhöhen.

Marktstatistik 1 | Photovoltaik Österreich

Finanzierungsmöglichkeiten

Auch wenn die Investitionskosten für ein PV-System in den Jahren sukzessive gesenkt wurden können sie den einen oder anderen davon abhalten, sich eine Anlage anzuschaffen. Deswegen wurden über die Jahre verschiedene Modelle entwickelt, damit wirklich jede/r einen Beitrag leisten kann und die Anfangsfinanzierung erleichtert wird:

Eigeninvestition

Die klassische Variante. Der Anlagenbetreiber, gleichzeitig Gebäude-/Grundeigentümer errichtet die Anlage auf eigene Kosten und betreibt diese dann auch selbst. Der erzeugte Strom kann dann selbst genutzt werden oder über das Stromnetz verkauft werden.

Contracting

Die PV-Anlage wird von einem anderen Unternehmen finanziert. Dieses Unternehmen verkauft den produzierten Strom dann zu einem günstigeren Tarif an den Gebäude-/Grundeigentümer und den Rest am Strommarkt.

Verpachtung

Hier verpachtet der Gebäude-/Grundeigentümer die benötigte Fläche an den Anlagenbetreiber. Der Gebäude-/Grundeigentümer erhält zwar keinen PV-Strom, aber eine einmalige/jährliche Pacht.

Crowdfunding

Um größere und gemeinschaftliche Projekte zu finanzieren ist die Finanzierung auch über ein Crowdfunding möglich, also eine Finanzierung über mehrere Personen. Bei diesem Konzept schreibt zum Beispiel eine Gemeinde, ein Verein oder ein Unternehmen für ihre Bürger, Mitglieder oder Mitarbeiter eine Anleihe an der Anlage aus. Der Betreiber erhält damit rasch die benötigte Finanzierung und die Bürger können sich am Projekt beteiligen und erhalten eine sichere Rendite.

Anlagenbetrieb - wORAUF ZU aCHTEN IST

Im Gegensatz zu anderen Erzeugungstechnologien benötigt eine PV-Anlage keine Rohstoffe für den Betrieb. Für die erforderliche Wartung, Versicherung und Reinigung der Anlage fallen dennoch Kosten an. Im Vergleich zu anderen Technologien sind diese Kosten in der Regel aber sehr gering.

Wartung der PV-Anlage, Austausch von Betriebsmitteln

Damit die PV-Anlage eine möglichst lange Lebensdauer hat, braucht es eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung. Wichtige Bestandteile dabei sind die Sichtkontrolle der Anlage, die elektrotechnische Überprüfung der Anlage, die Reparatur und der Austausch defekter Betriebsmittel bis hin zum Mähen der Grünfläche unterhalb der Anlage. Viele Unternehmen bieten hier bereits Komplettpakete an.

Die regelmäßige Sichtkontrolle kann im Grunde von jedem durchgeführt werden. Hier können bereits offensichtliche Defekte erkannt werden (wie zum Beispiel: Isolationsfehler der Verkabelung, ein Glasbruch eines Moduls, eine starke Verschmutzung der Module, etc.).

 

In größeren Abständen empfiehlt es sich auch eine professionelle Wartung durchführen zu lassen (gleichzeitig mit der restlichen Elektronik im Haus). Dabei werden auch die elektrischen Eigenschaften der Anlage kontrolliert. 

Reinigung der PV-Module

Damit der Ertrag einer Anlage nicht durch die Verschmutzung der Module beeinträchtigt wird, sollte in regelmäßigen Abständen eine professionelle Reinigung stattfinden.

PV-Module reinigen sich zwar mit dem Regen selbst, dennoch können sich mit der Zeit Ablagerungen ansetzen. Diese Ablagerungen reduzieren die Erträge und könnten im schlimmsten Fall das Modul beschädigen.
Der Reinigungsintervall hängt dabei stark von den Gegebenheiten ab. Eine Anlage an einer viel befahrenen Straße oder bei einem Bauernhof muss öfters gereinigt werden.

Eine professionelle Reinigung ist erforderlich, um sicherzustellen, dass die Module sachgerecht gereinigt und nicht beschädigt werden.

Versicherung der PV-Anlage

Eine PV-Anlage muss entweder in eine bestehende Versicherung integriert werden oder es braucht eine eigene Haftpflichtversicherung.

Anlagen-Monitoring

Monitoring wird auch Anlagenüberwachung genannt und beschreibt die regelmäßige Kontrolle der Anlagenparameter.

Viele Wechselrichterhersteller bieten diese Funktion standardmäßig im Wechselrichter integriert an. Neben dem jährlichen Vergleich können verschiedene Anlagenparameter in Echtzeit dargestellt werden. Diese Echtzeitdaten können dann sehr schnell einen Überblick über den Stand der Anlage bieten.

Das Monitoring kann bereits sehr früh nach dem Auftreten einer Ertragsminderung dem Anlagenbetreiber bekannt geben, dass die Anlage eine Wartung benötigt. Dadurch kann der Anlagenbetreiber schnell reagieren und die Anlage warten. Durch das schnelle Beheben von Defekten wird der Jahresertrag nicht stark beeinflusst. Das Problem wird somit nicht erst bei der nächsten Jahresabrechnung entdeckt.