Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz Förderungen

Die neueN Förderungen

Mit dem kürzlich beschlossenen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (kurz EAG) wird die Förderlandschaft in der Photovoltaik umgestellt. Hier sind die wesentlichsten Änderungen für Sie aufbereitet.

Das Erneuerbaren Ausbau Gesetz sieht zwei Fördersysteme vor, aus denen der Antragsteller wählen kann. Förderung via:

  • Marktprämie für den eingespeisten PV-Strom (1.) oder
  • Investitionszuschuss für PV-Anlagen und Stromspeicher (2.) 
Das Gesetz ist beschlossen – Wann werden die Förderhöhen klar sein und die erste Förderung starten können?

Die Förderung via Marktprämie bedarf noch der Notifizierung seitens der Europäischen Kommission, weshalb hierzu leider kein genauer Zeitplan möglich ist. Details wie max. Höchstprämie, Förderzeitpunkte udgl. sind ebenso via Verordnung zu erlassen. Erst wenn die Freigabe erfolgte können der genaue Förderstart, die Fördersätze und weitere Details bekannt gegeben werden.

Die Förderung via Investitionszuschuss kann in den nächsten Wochen starten (wenn die entsprechende Verordnung und Richtlinie vorliegt). Das Bundesministerium erarbeitet gerade die Verordnung die unter anderem den Fördersatz, Förderzeitpunkt und weitere Details regeln wird. Je nach Dauer der politischen Koordination, kann die öffentliche Begutachtung (Dauer der Begutachtung noch nicht fixiert) im September erfolgen. Im (Spät-)Herbst könnte mit dem ersten Call 2021 gestartet werden.

 
Der genaue Förderstart, die Fördersätze und weitere Details werden in der Verordnung festgelegt. 

In unseren EAG-Podcasts haben wir die neuen Fördersysteme des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes kurz und knackig erklärt – hineinhören lohnt sich!

Foerdersystematik | Photovoltaik Österreich

Marktprämie für eingespeisten PV-Strom

Die Marktprämie ist die neue Förderung für eingespeisten PV-Strom und ersetzt damit die bis dato mögliche OeMAG Tarifförderung (laufende OeMAG Verträge bleiben unangetastet).

Übersicht

  • Anwendbar für PV-Neuanlagen/Erweiterungen > 10 kWp
  • Die Marktprämie ist ein Aufschlag zu dem Referenzmarktwertes (ist in etwa vergleichbar mit dem am Markt gehandelten durchschnittlichen Strompreis).
  • Im Zuge der Antragsstellung ist vom Antragsteller die Höhe des wirtschaftlich notwendigen Strompreises der PV-Anlage zu einzumelden (erfolgt über ein Gebot im Zuge der allg. Ausschreibungsrunde).
  • Die Reihung der Förderanträge erfolgt nach dem eingemeldeten Strompreis (Cent pro kWh). D.h. die Anträge werden, beginnend mit dem Projekt mit dem niedrigsten eingemeldeten Strompreis, vergeben bis das Fördervolumen der Ausschreibung ausgeschöpft ist.
  • Im Zuge der Antragstellung ist eine monetäre Sicherheit (5€/kWp) zu hinterlegen, bei Vertragsannahme eine zweite Sicherheit (45€/kWp). Wird die Anlagen nicht bzw. nicht zeitgerecht errichtet, verliert der Antragsteller die Sicherheiten (für Anlagen <100 kW ist nur im Fall der nicht bzw. nicht zeitgerechten Errichtung eine Pönale von 50€/kWp zu zahlen).
  • Ein Höchstwert für die Marktprämie wird vom Gesetzgeber vorgegeben (Festlegung über VO). Eingemeldete Gebote mit einem höheren Strompreis sind ungültig.
  • Die Marktprämie wird pro Monat über einen Zeitraum von 20 Jahren ausbezahlt.
  • Es finden mindesten 2 Ausschreibungsrunden jährlich mit einem gesamten jährlichen Ausschreibungsvolumen von mindestens 700 MW pro Jahr statt.
  • Für die Abwicklung zuständig ist die EAG-Abwicklungsstelle

Details

  • Für PV-Anlagen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche und im Grünland gilt ein Abschlag von 25 %.
  • Der Abschlag entfällt für folgende Anlagen zu Gänze oder teilweise (Festlegung über VO erforderlich):
    • Anlagen, die auf einer Agri-PV-Fläche* errichtet werden und durch die Errichtung die hauptsächliche landwirtschaftliche Nutzung nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird. (*eine Grundfläche, die gleichzeitig zur Stromproduktion mittels PV und zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt wird)
    • Anlagen, die auf oder an einem Gebäude oder einer baulichen Anlage, das oder die zu einem anderen Zweck als der Erzeugung von Strom aus Photovoltaikanlagen und zumindest drei Jahre vor Antragstellung auf Förderung fertiggestellt wurde, errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem durch bauliche Eingriffe geschaffenen Wasserkörper errichtet werden
    • Anlagen, die auf einer geschlossenen oder genehmigten Deponiefläche oder einer Altlast errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem Bergbau- oder Infrastrukturstandort errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem militärischen Übungsgelände errichtet werden.
  • Rückzahlung des Mehr-Erlöses durch die Stromvermarktung ist für PV-Anlagen ab 5 MWp erforderlich. 
  • Die Anlage muss an das österreichische öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen, nach Maßgabe der technischen und organisatorischen Regeln gemäß § 22 des Energie-Control-Gesetzes ferngesteuert regelbar und mit einem Lastprofilzähler bzw. intelligenten Messgerät ausgestattet sein.

Ablauf des Vergabeverfahrens

  • Antragstellung vor Projektstart erforderlich
  • Bekanntgabe des Ausschreibungsverfahrens: u.a. Datum, Höchstpreis usw.
  • Einbringung der Gebote für eingespeisten Strom durch die Antragsteller
  • Prüfung der eingebrachten Gebote (verspätete oder unzulässige Gebote werden ausgeschieden) durch die EAG Abwicklungsstelle
  • Reihung der Projekte vom niedrigsten zum höchsten Gebotswert für den eingespeisten Strom
  • Zuschlagserteilung, bis das Ausschreibungsvolumen erschöpft ist
  • Veröffentlichung der Zusagen
  • Abschluss eines Fördervertrages mit der EAG-Abwicklungsstelle; Abschluss eines Vertrags mit einem Stromvermarkter.
  • Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage unter Beachtung der Fristen zur Inbetriebnahme – siehe im Folgenden Punkt 3 „Allgemeine Fristen zur Inbetriebnahme“.

Investitionszuschüsse für PV-Anlagen und Stromspeicher

Bei Investitionszuschüssen handelt sich um einen einmaligen Zuschuss zur PV- sowie Stromspeicheranlage. Bei PV-Anlagen wird jedes einzelne kWp, bei Stromspeicher wird jede einzelne kWh, mit einem bestimmten Fördersatz (€/kWp bzw. €/kWh) unterstützt.

  • Anwendbar für
    • PV-Neuanlagen/Erweiterungen bis zu 1.000 kWp
    • Stromspeicher bis 50 kWh (mind. 0,5 kWh/kWp)

Übersicht

  • Die Höhe des Investitionszuschusses für PV-Anlagen variiert mit der Anlagengröße.
  • Die Höhe des Investitionszuschusses für Stromspeicher ist fixiert vorgegeben. Die mind. Größe des Stromspeichers ist gekoppelt an die Leistung der PV-Anlage.
  • Fixierte Förderhöhe nur für PV-Anlagen bis 10 kWp (der Förderbetrag steht jedoch noch nicht fest und wird erst mit VO geregelt).
  • Für PV-Anlagen ab 10 kWp (Kategorien B bis D) gibt es einen max. Förderbetrag (Festlegung mittels VO), der vom Antragsteller unterboten werden kann, um in der Reihung der gelisteten Förderprojekte weiter vor gereiht zu werden und damit die Chance auf eine Förderung zu erhöhen. Daher ist bei Anlagen in den Kategorien B bis D, im Zuge der Förderantragstellung, der spezifische Förderbedarf in Euro pro kWp anzugeben:
    • Kategorie A: PV-Anlagen bis 10 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> fixer Förderbetrag
    • Kategorie B: PV-Anlagen > 10 bis 20 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Förderzuschuss nach eigener Angabe oder nach max. Förderbetrag
    • Kategorie C: PV-Anlagen > 20 bis 100 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Förderzuschuss nach eigener Angabe oder nach max. Förderbetrag
    • Kategorie D: PV-Anlagen > 100 bis 1.000 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Förderzuschuss nach eigener Angabe oder nach max. Förderbetrag

Details

  • Förderbudget für Investitionszuschüsse von insgesamt 60 Millionen Euro pro Jahr.
  • Es erfolgen mindestens 2-mal pro Jahr Fördercalls.
  • Für innovative PV-Anlagen kann per Verordnung ein Zuschlag von bis zu 30 % vorgesehen werden.
  • 25 % Abschlag auf Investzuschuss für PV-Anlagen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche und im Grünland; der Abschlag entfällt für folgende Anlagen zu Gänze oder teilweise (Festlegung über VO):
    • Anlagen, die auf einer Agri-PV-Fläche* errichtet werden und durch die Errichtung die hauptsächliche landwirtschaftliche Nutzung nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird. (*eine Grundfläche, die gleichzeitig zur Stromproduktion mittels PV und zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt wird)
    • Anlagen, die auf oder an einem Gebäude oder einer baulichen Anlage, das oder die zu einem anderen Zweck als der Erzeugung von Strom aus Photovoltaikanlagen und zumindest drei Jahre vor Antragstellung auf Förderung fertiggestellt wurde, errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem durch bauliche Eingriffe geschaffenen Wasserkörper errichtet werden
    • Anlagen, die auf einer geschlossenen oder genehmigten Deponiefläche oder einer Altlast errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem Bergbau- oder Infrastrukturstandort errichtet werden
    • Anlagen, die auf einem militärischen Übungsgelände errichtet werden.

Ablauf des Vergabeverfahrens

  • Antragstellung vor Projektstart erforderlich.
  • Bekanntgabe der Förderbedingungen: u.a. Datum, höchstzulässige Fördersätze (pro kWp).
  • Stellung eines Förderantrags (in den Kategorien B bis D ist bei der Antragstellung der Förderbedarfs je kWp eigenständig anzugeben; Höchstwert ist vorgegeben).
  • Prüfung der Anträge und Reihung nach Förderbedarf durch die EAG-Abwicklungsstelle.
  • Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage unter Beachtung der Fristen zur Inbetriebnahme – siehe Punkt 3 „Allgemeine Fristen zur Inbetriebnahme“.
  • Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach erfolgter Inbetriebnahme der Anlage und Prüfung der Endabrechnung.

Allgemeine Fristen zur Inbetriebnahme

  • Errichtungsfrist 6 Monate für PV-Anlagen bis 100 kWp und Erweiterungen von bis zu 100 kWp nach Veröffentlichung des Zuschlags bei der Marktprämie bzw. Abschluss Fördervertrag bei der Investitionsförderung; Verlängerung um 3 Monate möglich wenn Verzögerung nicht selbstverschuldet ist.
  • Errichtungsfrist 12 Monate für PV-Anlagen mit mehr als 100 kWp und Erweiterungen von mehr als 100 kWp nach Veröffentlichung des Zuschlags bei der Marktprämie bzw. Abschluss Fördervertrag bei der Investitionsförderung; Bei Projekten in der Marktprämienförderung ist eine Verlängerung um 12 Monate möglich wenn Verzögerung nicht selbstverschuldet ist.
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