Netzthemen

EAG Neuerungen im Bereich Stromnetz

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (kurz EAG) bringt einige Neuerungen im Bereich der Stromnetze. Die wesentlichsten Änderungen haben wir hier für Sie aufbereitet.

Sie find hier die Highlights des EAG-Pakets bezüglich Netzzutritt, Netzkapazität und Netzentgelt. Die im Text angeführten Paragrafen verweisen auf den zugehörigen Gesetzestext. Da das EAG-Paket nicht nur das Erneuerbaren Ausbau Gesetz beinhaltet, sondern auch Gesetzesänderungen in 9 weiteren Gesetzen zur Folge hatte, sind viele der unten angeführten Highlights im Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG) zu finden.

Speziell behandelt werden:

  • Die Allgemeine Anschlusspflicht für Verteilnetzbetreiber.
  • Der vereinfachte Netzzutritt von PV-Anlagen bis 20 kWp.
  • Die vorgeschriebene Transparenz von Netzkapazitäten.
  • Die pauschalisierten Netzzutrittsentgelte.

In unserer EAG-Inforeihe erklärt Ihnen unter anderem Rechtsanwalt Florian Stangl alles Wichtige zu den Änderungen im Bereich des Netzanschlusses. Hineinhören lohnt sich! 

Allgemeine Anschlusspflicht

  • Durch die im ElWOG eingeführte „Allgemeine Anschlusspflicht“ werden die Stromnetzbetreiber (genauer: die Verteilnetzbetreiber) dazu verpflichtet klare Bedingungen zu definieren zu denen ein Anschluss ans Netz möglich sein muss. Diese Grundlage des Netzzutrittsvertrages (oder laut Gesetzestext, des privatrechtlichen Vertrages) gilt sowohl für Verbraucher, als auch für Erzeuger von Strom. (§ 46 Abs 1 ElWOG)
  • Die „Allgemeine Anschlusspflicht“ legt außerdem fest, dass eine notwendige Optimierung, Verstärkungen oder ein Ausbau des Netzes kein Ausschlussgrund für die Einspeisung/Abnahme von elektrischer Energie sein darf. (§ 46 Abs 2 ElWOG) Einzig begründete Sicherheitsbedenken oder eine technische Inkompatibilität bilden mögliche Ausnahmen von der Allgemeinen Anschlusspflicht. (§ 46 Abs 3 ElWOG)
  • Weiters ist im Netzzugangsvertrag der Zeitpunkt der möglichen Inbetriebnahme vom Netzbetreiber anzuführen. (§ 46 Abs 4 ElWOG)
  • Diese mögliche Inbetriebnahme darf für Anlagen der Netzebenen 5 bis 7 maximal 12 Monaten nach Abschluss des Netzzugangsvertrags liegen. Bei Anlagen der Netzebenen 3 bis 4 sind es maximal 3 Jahre. Sofern für die beabsichtigten Maßnahmen behördliche Genehmigungen oder Verfahren benötigt werden, ist die Verfahrensdauer nicht in diese Frist einzurechnen. (§ 46 Abs 4 ElWOG)

Netzzutritt

  • Anlagen mit einer Engpassleistung von 20 kW sind vom Netzbetreiber grundsätzlich an das Stromnetz anzuschließen. (Engpassleistung = jene Leistung mit der der Wechselrichter maximal ins Netz einspeisen kann)  (§ 17a Abs 1 ElWOG)
  • Innerhalb von 4 Wochen, ab vollständiger Anzeige, hat der Netzbetreiber eine Zu- oder bei Sicherheitsbedenken, eine Absage zu machen. Sollte innerhalb von 4 Wochen keine Absage erteilt werden, gilt der Netzzugang als gewährt. (§ 17a Abs 3 bis 5 ElWOG)
  • Bei Anlagen bis 250 kW kann die Einspeiseleistung zeitweise oder generell auf einen vereinbarten Maximalwert reduziert werden, wenn ohne Reduktion kein sicherer und effizienten Netzbetrieb möglich wäre. Die Einschränkung darf max. 1% der Maximalkapazität am Netzanschlusspunkt betragen und ist im Netzzugangsvertrag festzuhalten. (§ 54 Abs 5 ElWOG)

Netzkapazitäten

  • Verfügbare bzw. gebuchte Kapazitäten je Umspannwerk (Netzebene 4) sind vom Netzbetreiber mindestens quartalsweise zu veröffentlichen. (§ 20 Abs 1 ElWOG)
  • Der Netzbetreiber kann im Netzzugangsvertrag für gebuchte Netzkapazitäten eine Anzahlung (Reugeld) auf das voraussichtliche Netzzutrittsentgelt verlangen. Die Reservierung erlischt und die Anzahlung verfällt, wenn die reservierte Kapazität nicht innerhalb von zwölf Monaten ab Reservierung in Anspruch genommen wird. Getätigte, aber verfallene Anzahlungen fließen dem Fördermittelkonto der EAG Förderabwicklungsstelle zu. (§ 20 Abs 2 ElWOG)

Netzzutrittsentgelte

  • Für den Anschluss von Erzeugungsanlagen auf den Netzebenen 3 bis 7 ist ein österreichweit gültiges und nach der Engpassleistung pauschalisiertes Netzzutrittsentgelt zu zahlen (§ 54 Abs 3, 4 ElWOG) (siehe Tabelle)
  • Für PV-Anlagen bis 20 kWp ist, im Ausmaß des bestehenden Netzanschlusses, kein zusätzliches Netzzutrittsentgelt zu entrichten. (§ 17a Abs 6 ElWOG)
  • Erst wenn die tatsächlichen Kosten, die der Netzbetreiber für den Netzanschluss zu leisten hat, mehr als 175 Euro pro kWp betragen, können die diesen Betrag überschreitenden Kosten dem Netzbenutzer gesondert in Rechnung gestellt werden. (§ 54 Abs 4 ElWOG)
EAG Netzzutrittspauschalen