Marktprämie
für eingespeisten Strom

Erneuerbaren Ausbau Gesetz

Marktprämie für eingespeisten PV-Strom

Die EAG-Marktprämie ist eine Förderung für den eingespeisten PV-Strom und ersetzt die OeMAG-Tarifförderung. Laufende OeMAG-Verträge bleiben hingegen unangetastet.

Die EAG-Marktprämienförderung ist anwendbar für:

  • PV-Neuanlagen/Erweiterungen > 10 kWp
  • Höchstwert für die Gebotstermine 2024 und 2025: 8,98 Cent/kWh
  • PV-Anlagen am Gebäude, auf Infrastruktur und im Freiland
  • Die Marktprämie ist ein Aufschlag auf den Referenzmarktwert (ist in etwa vergleichbar mit dem am Markt gehandelten durchschnittlichen Strompreis).
  • Für die Abwicklung zuständig ist die EAG-Förderabwicklungsstelle (OeMAG).
  • Im Zuge der Antragsstellung ist vom Antragsteller die Höhe des wirtschaftlich notwendigen Strompreises der PV-Anlage bekanntzugeben (erfolgt über ein Gebot im Zuge der allg. Ausschreibungsrunde).
  • Die Reihung der Förderanträge erfolgt nach Gebot (eingemeldeter Strompreis in Cent pro kWh). Die EAG-Förderabwicklungsstelle hat die zulässigen Gebote nach der Höhe des Gebotswertes, beginnend mit dem niedrigsten Gebotswert, aufsteigend zu reihen. Bei gleichem Gebotswert ist dem Gebot mit der geringeren Gebotsmenge der Vorzug zu geben. Bei gleichem Gebotswert und gleicher Gebotsmenge entscheidet das Los, es sei denn, die Reihenfolge ist für die Zuschlagserteilung nicht entscheidend.
  • Im Zuge der Antragstellung ist eine monetäre Sicherheit (5 €/kWp) zu hinterlegen, bei Vertragsannahme wird zusätzlich eine 2. Sicherheit (45 €/kWp) fällig. Diese Sicherheitsleistung kann für mehrere Anlagen und für mehrere Gebote gemeinsam gelegt werden. Wird die PV-Anlage nicht bzw. nicht zeitgerecht errichtet, verliert der*die Antragsteller*in die Sicherheiten (für Anlagen < 100 kWp ist im Fall der nicht bzw. nicht zeitgerechten Errichtung eine Pönale von 50 €/kWp rückwirkend zu zahlen).
  • Der Höchstwert für den eingemeldeten Strompreis wird vom Gesetzgeber vorgegeben (Festlegung über VO). Eingemeldete Gebote mit einem höheren Strompreis sind ungültig.
  • Die Marktprämie wird pro Monat über einen Zeitraum von 20 Jahren ausbezahlt.
  • Es finden jährlich mind. 2 Ausschreibungsrunden mit einem gesamten jährlichen Ausschreibungsvolumen von mind. 700 MW statt.
  • Die Rückzahlung des Mehrerlöses durch die Stromvermarktung ist für PV-Anlagen ab 5 MWp erforderlich.
  • Die PV-Anlage muss an das österreichische öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen, nach Maßgabe der technischen und organisatorischen Regeln gemäß § 22 des Energie-Control-Gesetzes ferngesteuert regelbar und mit einem Lastprofilzähler bzw. intelligenten Messgerät ausgestattet sein.

Für PV-Anlagen auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche und im Grünland gilt ein Abschlag von 25 % auf den Gebotswert.

Ausnahmen:

  • Anlagen, die auf einer Agri-PV-Fläche* errichtet werden und durch deren Errichtung die hauptsächliche landwirtschaftliche Nutzung nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird (*eine Grundfläche, die gleichzeitig zur Stromproduktion mittels PV und zur landwirtschaftlichen Produktion genutzt wird).
  • Anlagen, die auf oder an einem Gebäude oder einer baulichen Anlage, das oder die zu einem anderen Zweck als der Erzeugung von Strom aus PV-Anlagen und zumindest 3 Jahre vor Antragstellung auf Förderung fertiggestellt wurde, errichtet werden.
  • Anlagen, die auf einem durch bauliche Eingriffe geschaffenen Wasserkörper errichtet werden
  • Anlagen, die auf einer geschlossenen oder genehmigten Deponiefläche oder einer Altlast errichtet werden
  • Anlagen, die auf einem Bergbau- oder Infrastrukturstandort errichtet werden
  • Anlagen, die auf einem militärischen Übungsgelände errichtet werden.

2024 steht ein Ausschreibungsvolumen von 287.500 kWp/Ausschreibungsrunde zur Verfügung. Gebote können jeweils bis zum folgenden Termin abgegeben werden:

  • 14.05.2024
  • 29.07.2024
  • 24.09.2024
  • 10.12.2024

 

2025 steht ein Ausschreibungsvolumen von 175.000 kWp/Ausschreibungsrunde zur Verfügung. Gebote können jeweils bis zum folgenden Termin abgegeben werden:

  • 10.02.2025
  • 22.04.2025
  • 22.07.2025
  • 07.10.2025
  • mit der Errichtung der zu fördernden PV-Anlage kann vor Antragstellung (Gebotsabgabe) bereits begonnen werden; der Beginn der Arbeiten darf jedoch nicht vor dem 01.01.2022 liegen
  • zum Zeitpunkt der Antragstellung (Gebotsabgabe) darf die PV-Anlage noch nicht in Betrieb genommen worden sein, unabhängig davon, ob es sich um ein Erstgebot oder ein nachfolgendes Gebot handelt
  • Einbringung der Gebote für eingespeisten Strom durch den*die Antragsteller*in
  • Prüfung der eingebrachten Gebote durch die EAG-Förderabwicklungsstelle
    ACHTUNG: verspätete oder unzulässige Gebote werden nicht berücksichtigt bzw. ausgeschieden
  • Reihung der Projekte vom niedrigsten zum höchsten Gebotswert für den eingespeisten Strom
  • Zuschlagserteilung bis das Ausschreibungsvolumen erschöpft ist
  • Veröffentlichung der Zusagen
  • Abschluss eines Fördervertrages mit der EAG-Förderabwicklungsstelle (OeMAG) und Abschluss eines Vertrags mit einem Stromvermarkter erforderlich
  • Errichtung und Inbetriebnahme der PV-Anlage unter Beachtung der Fristen zur Inbetriebnahme

 

WICHTIGER HINWEIS: Weitere Anpassungen zum Ablauf des Vertragsverfahrens für 2024/25 in den „Allgemeinen Förderbedingungen zur Abwicklung der Förderung durch Marktprämie“ (AFB-MP) sind nicht ausgeschlossen. Die Gültigkeit der aktuell verlinkten Version ist daher stets vorab nochmals selbst zu überprüfen. (Link zur Überprüfung: Gesetze & Regelwerke)

  • Für eine erfolgreiche Ausschüttung einer Förderung müssen gesetzlich festgelegte Inbetriebnahmefristen/Errichtungsfristen eingehalten werden.
    Wichtig: Eine Fristverlängerung kann nur beantragt werden, wenn die Verzögerung für eine Inbetriebnahme nicht selbst verschuldet ist (§ 55 Abs 8 EAG und § 56 Abs 14 EAG).

    • PV-Anlage < 100 kW: 6 Monate nach Abschluss des Fördervertrages; zweimalige Verlängerung um bis zu 9 Monate möglich
    • PV-Anlage > 100 kW: 12 Monate nach Abschluss des Fördervertrages; einmalige Verlängerung um bis zu 12 Monate möglich

    Fristverlängerungen sind bei der Förderstelle zu beantragen: https://www.eag-abwicklungsstelle.at/kontakt

In unserer EAG-Inforeihe haben wir unter anderem die neuen Fördersysteme des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes kurz und knackig erklärt. Hineinhören lohnt sich!