Innovationsaward

Kraftwerk in der Gebäudehülle

Der österreichische "Innovations Award für Bauwerkintegrierte Photovoltaik“ wird von der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik (TPPV) ausgelobt. Er soll einen Impuls setzen, um Photovoltaik am Gebäude zum Standard zu entwickeln. Ziel ist es, bei jedem Neubau und jeder Renovierung, die auf das Gebäude einfallende Energie optimal zu nutzen.

Die Photovoltaik befindet sich im Umbruch und nimmt eine Schlüsselrolle in der Energiewende ein. Für eine hohe Akzeptanz durch die Bevölkerung ist deshalb eine architektonisch-ästhetische Optimierung notwendig, die mit einer möglichst umfassenden systemischen Integration der dezentralen und umweltfreundlichen Energiequelle Photovoltaik kombiniert wird.

Optimal in Form von passiver UND aktiver Nutzung, optimal in Form von architektonischen Qualitätskriterien und gesamtenergetischer Betrachtung. Österreich kann seine Architekturtradition nutzen, durch diese Verbindung von gestalterischen Lösungen und energetischer Optimierung im Baubereich ein globaler Vorreiter für solare Architektur zu werden.

BIPV Innovationsaward 2020

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Neben der Auszeichnung und diversen Berichten in den Medien dürfen sich die Sieger auch 2020 über den Kristallwürfel mit integrierter PV-Zelle freuen. 

Der Award im Jahr 2020 wurde von der Technologieplattform Photovoltaik ausgeschrieben und vom Bundesverband Photovoltaic Austria, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, dem Klima- und Energiefonds, sowie den Innsbrucker Kommunalbetrieben und ecoplus Niederösterreichs Wirtschaftsagentur unterstützt.

Eine internationale Jury aus verschiedenen Fachbereichen wählte aus den insgesamt 22 Einreichungen die innovativsten und architektonisch anspruchsvollsten Projekte aus. Von Beginn an hatte die Jury einen positiven Fokus auf alle Einreichungen und hob jene hervor, die sich durch eine besondere Lösung auszeichneten.

Von den fünf Nominierten durften sich drei Gewinner über die Auszeichnung “Innovationsward für Bauwerkintegrierte Photovoltaik” freuen. Die Verleihung konnte 2020 nicht wie geplant am PV-Kongress durchgeführt werden. Die Gewinner 2020 werden daher in einem eigens dafür produzierten Video im April 2020 vorgestellt.

Projekte

1 WK Simonsfeld Ernstbrunn-Arch. Georg W. Reinberg (c) Windkraft Simonsfeld

Gewinnerprojekt

Betriebsgebäude Windkraft Simonsfeld AG, Ernstbrunn / Niederösterreich
Einreicher: Architekturbüro Reinberg ZT GmbH Architekt: Architekturbüro Reinberg ZT GmbH

© WK Simonsfeld

Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft - ein Projekt der Umwelt Arena Schweiz in Zusammenarbeit m. René Schmid Architekten AG (c) Beat Bühler 1

Gewinnerprojekt

Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft, Zürich / Schweiz
Einreicher: Kioto Solar / KIOTO Photovoltaics GmbH
Architekten: Rene Schmid Architekten AG

Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft – ein Projekt der Umwelt Arena Schweiz in Zusammenarbeit m. René Schmid Architekten AG © Beat Bühler

Tiefkühlhalle MPREIS - © IE Group mit seelos architekten ZT gmbH

Gewinnerprojekt

MPREIS Tiefkühlhalle, Völs / Tirol
Einreicher: MPREIS Warenvertriebs GmbH
Architekt: Seelos Architekten ZT GmbH

Tiefkühlhalle MPREIS  © IE Group mit seelos architekten ZT gmbH

Jury-Begründung: Beim Betriebsgebäude der Windkraft Simonsfeld AG handelt es sich um ein Plus-Energie-Gebäude, das nicht nur den Heiz- und Kühlbedarf sondern den gesamten Energiebedarf inkl. Mobilität abdeckt. Der Einsatz der Photovoltaik hat zwei Nutzen: Neben der Stromerzeugung wird auch eine Verschattung für passive Kühlung ermöglicht. Damit ist eine nach Süden hin große Glasfassade mit einem dahinter befindlichen nutzbaren Aufenthaltsbereich möglich, von dem man einen Blick ins Freie hat. Die Jury lobte vor allem „die sehr umfassende Betrachtungsweise inkl. der gewählten Baumaterialien und den Blick auf den gesamten Lebenszyklus, was auch den späteren Rückbau umfasst. Zudem wurden Naturmaterialen mit geringem CO2-Potential eingesetzt.“

Jury-Begründung: Das Mehrfamilienhaus mit Energiezukunft in Zürich-Leimbach zeigt eine wegweisende Lösung für die zukünftige Energieversorgung. Mit Photovoltaik-Modulen auf Dach und Fassade, e-Gas/Biogas als Energieträger, dem Erdgasnetz als Speicher, der Power-to-Gas-Technologie sowie der neuen Hybridbox als Herzstück kann das Haus sogar im Winter Strom ins Netz abgeben. Das war bis jetzt undenkbar für ein Photovoltaik-Haus. Die PV-Module sind zwar Standard-Module aber wie einzelne Hautschuppen angeordnet und mit neutralen Farben bzw. Drucken ansprechend gestaltet. „Das ist wichtig für die Akzeptanz der Technologie im städtischen Bereich“, erklärt die Jury.

Jury-BegründungSeit der Inbetriebnahme der ersten Photovoltaik-Anlage bei MPREIS (2006) ist Solarstrom ein fester Bestandteil des nachhaltigen Energiekonzeptes. Aufgrund produktionstechnischer Erfordernisse wurde im Jahr 2017 die Kapazität des Tiefkühllagers erweitert. Im Zuge der Erweiterung wurde die bestehende Photovoltaik-Anlage ausgebaut, wobei ein großer Teil in die Fassade integriert wurden. Damit entstand eine aktive Photovoltaik-Fläche von insgesamt 1.475m² in den verschiedenen Fassadenflächen. Das Projekt Tiefkühlhalle MPREIS zählt damit zu den größten Fassaden-PV-Systemen Österreichs. „Es ist die ideale Überlappung von energetischem Bedarf (Kühlung) und photovoltaischer Energiebreitstellung“, kommentiert die Jury.

4_SonnenparkPLUS Wetzikon © ertex solar

Nominiertes Projekt

SONNENPARKPLUS Wetzikon – ein Gebäude für die nächste Generation, Wetzikon / Schweiz
Einreicher: ertex solartechnik GmbH
Architekten:  Arento AG

SonnenparkPLUS Wetzikon-arento ag Architekturbüro © ertex solar

Kundmanngasse_Haupgebäude_Zubau_(c)_SchöberlundPöll

Nominiertes Projekt

Bürogebäude „Dachverbandes der österr. Sozialversicherungen“, Wien
Einreicher: Schöberl & Pöll GmbH
Architekten: Chaix & Morel et Associés atelier d’architecture (Paris), Christian Anton Pichler ZT GmbH (Wien)

Kundmanngasse_Haupgebäude_Zubau_Arch. Chaix & Morel et associés mit Arch. DI Christian Pichler © SchöberlundPöll

Jury-Begründung: Beim Mehrfamilienhaus SonnenparkPLUS in Wetzikon, Schweiz wurden neben anderen Energiesparmaßnahmen zwei Photovoltaik-Anlagen errichtet, um das Gebäude so energieeffizient wie möglich zu gestalten. Durch die Integration der PV-Module in die Gebäudehülle und auf dem Dach kann mehr Energie gewonnen werden als von den BewohnerInnen über ein Jahr betrachtet benötigt wird. Das Mehrfamilienhaus bildet einen kompakten Körper, südseitig mit Photovoltaik-Elementen und nordseitig mit einer vorvergrauten Holzschalung. Die Jury lobt hier vor allem, „dass ein hochwertiges Material- und Energiegesamtkonzept verfolgt wurde. Es wurden Lehm, Holz und rezyklierte Rohstoffe eingesetzt. Der Eigenverbrauchsanteil ist mit 60% markant hoch.“

Jury-Begründung: Bei diesem Projekt handelt es sich um die Generalsanierung des in den 1970er Jahren errichteten Büro- und Verwaltungsgebäudes des „Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungen“ sowie um die Errichtung von Zubauten (insbesondere Konferenzsaal und Restaurant). Das Hochhaus erhielt eine neue Fassade, die als zeitgemäße Gebäudehülle entwickelt wurde und die unterschiedlichen Gebäudevolumen strukturiert, animiert und als Ensemble wirkt. Die Dachfläche wird als „fünfte“ Fassade betrachtet und wertet das Bauwerk optisch-ästhetisch auf. Die Fassade wurde auf Basis der Anforderungen aus dem Passivhausstandard mit sehr guten thermischen Eigenschaften konzipiert. „Sie erfüllt damit die Energiebauvorschriften der kommenden Jahre“, ergänzt die Jury.

Presse

Internationale Experten Jury

Frontini-für-Homepage

Dr. Francesco Frontini
Head of Building System Sector Swiss BIPV competence Center

"Die gebäudeintegrierte Photovoltaik wurde für Jahre als Nischenprodukt gesehen. Endlich können wir feststellen, wie sie für Architekten und Bauherren eine immer interessantere Option wird und wie neue und flexiblere Produkte auf den internationalen Markt kommen. Anlässe wie der österreichische BIPV InnovationsAWARD sind fundamental für die Verbreitung des Wissens von Architekten über diese Produkte. Die Teilnahme in der Jury ist eine große Ehre für mich und eine einmalige Chance zu verstehen, wie diese Technologie als architektonische Innovation verstanden und entwickelt wird."

Rennhofer-für-Homepage

Dr. Marcus Rennhofer
Senior Scientist am Center for Energy - AIT Austrian Institute of Technology

„Die bauwerksintegrierte Photovoltaik bietet die Chance vor allem im städtischen Bereich „graue“ Flächen für die dezentrale nachhaltige Energieerzeugung zu nutzen. Der BIPV InnovationsAWARD bietet innovativen Lösungen eine Bühne, die sowohl die Anforderungen der Energieerzeugung, die architektonischen Ansprüche als auch die Akzeptanz der Bewohner*innen erfüllen. Die Teilnahme in der Jury ist eine große Ehre für mich und ich bin gespannt auf die innovativen Projekte.“

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Arch. DI Ursula Schneider
POS architekten ZT gmbh

„Die erneuerbare Zukunft Österreichs ist auf einen signifikanten Anteil aus Strom aus PV angewiesen. Wenn wir mit diesen nicht unser kostbarstes Gut, nämlich das Land verstellen wollen, dann muss die PV auf den Gebäuden Platz finden. Als Architektin sehe ich das wichtigste Anliegen der Architektinnen darin, diese PV Flächen zu einem selbstverständlichen, gestalterisch integrierten Teil der Gebäudehülle zu machen.“

Viriden-für-Homepage

Dipl. Architekt FH Karl Viridén
Architekt, Viridén + Partner AG

„Die BIPV ist die Zukunft. Hinterlüftete Fassaden bei Neubauten werden in zehn Jahren mehrheitlich Strom produzieren können.“

VERANSTALTER, Partner & Sponsoren

Informationsbroschüre

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Werfen Sie einen Blick in Die Informationsbroschüre

Im Zuge der zweiten Auflage des BIPV InnovationsAWARDS erschien die Broschüre “Kraftwerk in der Gebäudehülle”. Der Erfolg des ersten Awards 2017/2018 mit über 50 Einreichungen hat die Veranstalter bestärkt, die Idee fortzusetzen. Österreich kann seine Architekturtradition nutzen, durch diese Verbindung von gestalterischen Lösungen und energetischer Optimierung im Baubereich ein globaler Vorreiter für solare Architektur zu werden.

BIPV Innovationsaward 2018

ARCHIV 2018

Nachschau zum 1. InnovationsAward für bauwerkintegrierte Photovoltaik